Mit Hörnern, Klarinette und Gesang

Schön, wenn ein Versprechen gehalten wird: Statt wieder 20 dauerte es nach dem Kirchenkonzert 2024 tatsächlich – wie von Kapellmeister Peter Steinbichler geplant – nur zwei Jahre, bis wir erneut in die St.
Georgner Pfarrkirche zu einem besonderen Ohrenschmaus luden. Während die Musikanten den Altarraum füllten, war der Rest der Kirche mindestens ebenso dicht besetzt. Die Marketenderinnen Kerstin Enöckl und Lucia Teurezbacher, die charmant durch das Programm führten, konnten so nicht nur Ehrengäste wie Pater Laurentius Resch, Kultur-Stadträtin Gudrun Schindler-Rainbauer und Gemeinderat Lukas Hintsteiner, sondern vor allem viele Zuhörer begrüßen.
Der Abend startete zum 125. Todestag von Giuseppe Verdi opulent mit der Hymne und dem Triumphmarsch aus der Oper „Aida“, das mit den bekannten Fanfarenklängen die ganze Kirche in majestätische Stimmung versetzte. Nach der bekannten Eröffnung ging es mit einer neuen Komposition von Kapellmeister Peter Steinbichler weiter. „Zu seinem Gedächtnis“, das er für den Ausbildungslehrgang „Ensembleleitung Blasorchester“ komponierte, beschreibt das Gebet und Gespräch mit einem
Verstorbenen, das abrupt endet – bleibt dieses Gespräch doch stets einseitig und ohne Antwort. Das dritte Werk des Abends war manchem bereits bekannt, denn mit dem 2. Satz aus Caledonia „Ye Banks and Breas“ von Oliver Waespi brillierte die Kapelle bereits bei der Konzertmusikbewertung im Vorjahr. Das Konzertstück „Perspektiven“ von Tobias Psaier führte die Zuhörer durch Vorarlberg, wobei nicht nur (Klarinetten-)Jodlern und flötenhaftem Vogelgesang zu lauschen war, sondern vor allem ein Gewitter mit
schnipsendem Regen und paukengleichem Donner aufhorchen ließ.
Für den zweiten Teil des Abends gab es einen Wechsel am Dirigentenpult: Kapellmeister-Stellvertreter Georg Steinbichler nahm den Taktstock zur Hand. Sein erstes Stück forderte zum Innehalten und Nachdenken auf, geht es bei der Titelmelodie aus dem Film „Schindlers Liste“ doch um Trauer, Verlust und Menschlichkeit. Hier glänzte Sophia Kirchweger als Klarinetten-Solistin, die mit melanchonischen,
getragenen Tönen in dieses besonders dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte entführte. In die Welt der Berge ging es anschließend mit der Fantasie „Glow“ von Thomas Doss, die das Alpenglühen und den Anfang und Ende eines Tages beschreibt. Den Abschluss dieses abwechslungsreichen Konzerts, das die Akustik der Kirche voll und ganz zur Geltung brachte, machte „Kimm guat hoam“, ein Lied der Gruppe „Die Seer“. Hierbei begeisterten die Musikantinnen Leonie Hirsch und Pia Sophie mit einem beeindruckenden Gesangssolo. Dass danach mit Applaus nicht gespart wurde, überrascht kaum. Lucia Teurezbacher brachte es mit einer rhetorischen Frage zum Glück auf dem Punkt: „Was wäre ein Konzert ohne Zugabe?“ Die Kapelle schaffte es, den Abend wirklich fulminant abzuschließen, nämlich mit dem Jägerchor aus der Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber – ein kraftvolles Lied, das Hornklänge mit Gesang verbindet. Die abschließenden Standing Ovations zeigten die Begeisterung des Publikums für diesen wunderbaren musikalischen Abend. Auch wenn das letzte (offizielle) Stück „Kimm guat hoam“ hieß, meinte man eher, „Kimm guat ins Feuerwehrhaus“, dort wurde nämlich zur Ausschank geladen, wo auf
das erfolgreiche Konzert angestoßen wurde.

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